Wie funktionieren Blindnieten?

Nach dem Einführen des Nietes in das Bauteil wird durch Zug am Nietdorn die Niethülse verformt und ein Schließkopf gebildet.

Zur Verarbeitung des Blindnietes wird ein passendes Nietwerkzeug benötigt. Dies kann durch Muskelkraft (Handgeräte) oder Fremdkraft (z. B. pneumatisch-hydraulische Setzgeräte oder Akku-Nieter) angetrieben werden.

Der Dorn reißt an einer speziell definierten Stelle ab. Offene, geschlossen oder hochfeste Ausführungen, Mehrbereichs- oder Spreizblindniete, mit Flach-, Senk- oder Großkopf und mehr... - die Vielfalt der verfügbaren Abmessungen, Arten und Varianten ist nahezu grenzenlos.

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Technische Erläuterungen

Der zweiteilige Blindniet besteht aus einer Niethülse, die auf einen Nietdorn montiert ist.

Die Verarbeitung erfolgt von einer Seite der zu verbindenden Bauteile.

1. Nietdornkopf

2. Nietschaft

3. Setzkopf

4. Nietdorn

Nietdorn

Der Nietdorn wird zur Umformung der Niethülse benötigt.

Der Nietdorn wird entsprechend dem Hülsentyp und nach den Anforderungen an die Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften ausgelegt. Der nach dem Setzen in der Verbindung verbleibende Restnietdorn wird bei einigen speziellen Niettypen zur Erhöhung der Scherkraft des Nietes genutzt.

1. Nietdornkopf

2. Sollbruchstelle

3. ggf. Aufquetschung

4. Spitze

Niethülse

Die Niethülse ist das verbindungsbildende Element.

1. Nietschaft

2. Setzkopf (hier Senkkopf)

3. Setzkopf (hier Flachkopf)

Die Niethülse wird durch den Nietdorn umgeformt und verbleibt nicht lösbar im Bauteil. Ausgewählt wird die Hülsenausführung nach:

  • den zu erwartenden mechanischen Beanspruchungen
  • den Korrosionsanforderungen
  • der Ausführung der Bauteile
  • der Temperaturbeanspruchung und teilweise auch der Optik

Der Setzvorgang

1. Der Blindniet wird mit dem Nietdorn in das Setzgerät eingesteckt und in die Bohrung eingeführt.

2. Durch Auslösen des Setzgerätehubes wird der Nietdorn mit den Spannbacken gegriffen und gezogen. Der Nietdornkopf formt dabei das Schaftende der Niethülse um. Der Prozess ist abgeschlossen, wenn der Dornkopf die Höhe der Bauteiloberfläche erreicht.

3. Diese Position ist mit einem starken Kraftanstieg verbunden, bei dessen Erreichen der Nietdorn an seiner Sollbruchstelle abreißt. Der abgerissene Dorn wird entfernt, der Restnietdorn verbleibt im Niet.

Scherbruchkraft

Die Scherbruchkraft ist die Kraft, die ein Niet in radialer Richtung aufnehmen kann, bis er durch Bruch versagt. Je nach Nietprinzip werden die Kräfte mit oder ohne den die Scherzone überdeckenden Restnietdorn ermittelt. Für die statische Messung wird die in DIN EN ISO 14589 dargestellte Prüfvorrichtung eingesetzt.

Scherbruchkraft - Messwerte (PDF)

Zugbruchkraft

Die Zugbruchkraft ist die Kraft, die ein Niet in axialer Richtung aufnehmen kann, bis er durch Bruch versagt. Für die statische Messung wird generell die in DIN EN ISO 14589 dargestellte Prüfvorrichtung eingesetzt.

Zugbruchkraft - Messwerte (PDF)

Weiterführende Informationen

Korrosion und Korrosionsschutz
Korrosion ist grundsätzlich nicht vermeidbar; der Korrosionsvorgang kann aber durch geeignete Maßnahmen verzögert werden. Bei der Auslegung der Nietverbindungen sind folgende Korrosionsarten maßgebend und komplex zu betrachten: Kontaktkorrosion und Flächenkorrosion.

Technische Erläuterungen - Korrosion

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