Wie funktionieren Blindnietmuttern?

Blindnietmuttern sind heute ein fester Bestandteil der modernen Montagetechnik. Sie ermöglichen es,

  • Gewinde verschiedenster Ausführungen in ...
    ... dünne oder geringfeste Bauteile,
    ... Hohlprofile oder andere, nicht beidseitig zugängliche Bauteile,
    ... bereits oberflächenbeschichtete Bauteile einzubringen,
  • gleichzeitig die Bauteile miteinander zu verbinden und
  • zusätzliche Anbauteile zu befestigen.

Immer neue Formen, Typen und Abmessungen werden gemeinsam mit unseren Kunden entwickelt und dokumentieren die nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten in allen Bereichen der Industrie und des Handwerks.

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Technische Erläuterungen

d - Schaftdurchmesser
dk - Setzkopfdurchmesser
k - Setzkopfhöhe
lg - Gewindelänge min. 1 x M
l - Schaftlänge
M - Gewindedurchmesser

l1 - Überstandslänge
g - Klemmlänge

Kopfformen

FK - Flachkopf

  • universell einsetzbarer Mutterntyp mit hoher Verfügbarkeit und breitem Werkstoffspektrum
  • Einsatz bei trockenen und fettfreien Bauteilen

SK - Senkkopf

Zur Verarbeitung von Blindnietmuttern mit Senkkopf ist das Bauteil nur so tief anzusenken, dass der Senkkopf nach dem Setzen min. 0,1 mm übersteht.

KLSK - Kleiner Senkkopf

Bei Verarbeitung von Blindnietmuttern mit kleinem Senkkopf ist das Ansenken der Bohrungen in der Regel nicht erforderlich.

Wenn technisch notwendig, ist das Versenken so auszuführen, dassder Senkkopf nach dem Setzen min. 0,1 mm übersteht.

Schaftformen

Rundschaft-Blindnietmuttern

  • universell einsetzbarer Mutterntyp mit hoher Verfügbarkeit und breitem Werkstoffspektrum
  • Einsatz bei trockenen und fettfreien Bauteilen

Blindnietmuttern mit durchgehendem Sechskantschaft (HEXAFORM) oder Teilsechskantschaft (HEXATOP)

  • Schaftausführung mit formschlüssiger Verdrehsicherung
  • bevorzugter Einsatz bei beschichteten Bauteilen
  • hohe Verdrehsicherheit auch bei ungenügendem Setzgerätehub
  • für Mehrfachverschraubung geeignet

Blindnietmuttern mit gerändeltem Schaft

  • Schaftausführung mit formschlüssiger Verdrehsicherung
  • bevorzugter Einsatz in Bauteilen mit geringerer Festigkeit (Bauteilwerkstoff weniger „hart“ als der Werkstoff der Blindnietmutter)

Blindnietmuttern mit geschlossenem Schaft

  • geschlossener Mutternschaft verhindert Flüssigkeits- und Gasdurchtritt durch die Mutter
  • zusätzliche Abdichtung zwischen Mutternschaft und Bauteilbohrung möglich
  • mechanische Eigenschaften identisch mit vergleichbarer Ausführung mit offenem Schaft

Der Setzvorgang

Blindnietmuttern zeichnen sich durch eine sehr einfache und schnelle Montage aus.

Zum Setzen der Mutter wird diese auf den Gewindedorn des Setzwerkzeugs geschraubt, in die Bauteilbohrung eingeführt und durch den Gerätehub gesetzt. Dabei bildet sich die Schließwulst der Mutter. Nach dem Ausdrehen des Gewindedornes können die Bauteile verschraubt werden.

Für die Montage der Mutter stehen verschiedene Setzwerkzeuge zur Verfügung, mit denen der Vorgang rationell ausgeführt werden kann. Gewählt werden können muskelkraftbetätigte, batteriebetriebene oder auch pneumatisch- hydraulisch betriebene Setzwerkzeuge.

1. Mundstück
2. Gewindedorn
3. Blindnietmutter

1. Mundstück
2. Gewindedorn
3. Blindnietmutter

1. Gewindedorn
2. Mundstück
3. Blindnietmutter
4. Schließwulst

Allgemeine Montagehinweise

Um eine einwandfreie Funktion der Blindnietmuttern zu gewährleisten, sollten die nachfolgend aufgeführten Punkte beachtet werden:

  • Blindnietmuttern bis zur vollständigen Schließkopfbildung setzen
  • Gewindedorn muss nach dem Setzen leicht ausschraubbar sein
  • Montage rechtwinklig zur Bauteiloberfläche
  • Blindnietmuttern mit Standardsenkkopf sind mit leichtem Überstand zu versenken
  • bei Einsatz von Blindnietmuttern mit kleinem Senkkopf (z.B. UNIVERSAL) ist eine Ansenkung der Bohrung in der Regel nicht erforderlich
  • bei Blindnietmuttern ohne zusätzliche formschlüssige Verdrehsicherung müssen die Bauteiloberflächen trocken, sauber und fettfrei sein
  • vorgegebene Bauteilbohrungen sind einzuhalten; übergroße Bohrungen führen zu Problemen beim Drehmoment und bei der Tragfähigkeit